36. ordentliche Vertreterversammlung

Die Vertreterversammlung der Vieherzeuger-Gemeinschaft e.G. fand in diesem Jahr in der Filderhalle des Stadtkreises Leinfelden-Echterdingen statt. Die Veranstaltung fand mitrund 100 Gästen guten Anklang.

Die Vertreterversammlung der Vieherzeuger-Gemeinschaft e.G. fand in diesem Jahr in der Filderhalle des Stadtkreises Leinfelden-Echterdingen statt. Die Veranstaltung fand mitrund 100 Gästen guten Anklang.

Der neue Geschäftsführer, Dr. Sebastian Hill, führte das Auditoriumdurch das Jahresergebnis der Vieherzeuger-Gemeinschaftund deren Tochterunternehmen. In Summe sind dieStückzahlenumsätze des Gesamtunternehmens um 1,7 %gestiegen. Der Jahresumsatz der VZ liegt bei 448 Mio. € und die Bilanzsumme liegt bei 36 Mio. €.*

Der Gastreferent, Dr. Clemens Dirscherl (Kaufland), schilderte in seinem Vortrag den Fleischkonsum im gesellschaftlichen Wandel. Dirscherl berichtete, dass mittlerweile in unserer Gesellschaftnicht mehr von Tierwohl, sondern von Tierglück gesprochen wird. Glück hat keine messbaren Parameter, daher ist es sehr subjektiv einzuschätzen. Auch die Parteien haben mittlerweile das Wohl der Tiere in das Wahlprogramm und in Stellungnahmen mit aufgenommen. Die Medien als "öffentliche Meinung", die sehr einseitig präsentiert wird, Verbände und Organisationen, Wissenschaft und zuletzt auch die Verbraucher- all diese Faktoren konstruieren ein diffuses Stimmungsbild wenn es um das Wohl der Tiere geht. Letztendlich kann man in unserer Gesellschaft, die längst über ihre Grundbedürfnisse hinaus versorgt ist (vgl. Maslowsche Bedürfnispyramide), von einer Wohlstandsdiskussion sprechen. In der Historie hat sich die Wahrnehmung von Lebensmitteln immer wieder gewandelt. Von einfacher Sättigung, über die nouvelle cuisine, später Fast Food, Bio-Welle, bis hin zum Labelling der Nahrung in der aktuellen Zeit. Die Ansprüche an das Fleischsteigen. Dirscherl spricht beim Wort Massentierhaltung von einer Massenproduktion für eine Massennachfrage. In dieser Wahrnehmungswelt prallen die Ansichten der materiellen (technisch-ökonomischen) und die der ideellen (geistig-kulturellen) Welten zusammen, welche weit auseinander liegen. Auch in anderen Bereichen gibt es ähnliche Diskussionen, beispielsweise im Bereich Bildung: "Wollen wir Lernfabrikenoder alternativ private Unis?" Es geht Dirscherl darum, weg von einer Gesinnungsethik (Utopien, Idealvorstellungen,Zielpriorisierung) hin zu einer Verantwortungsethik zu kommen (Leitbilder, Handlungsstrategien).

Dirscherl stellt die Antwort von Kaufland zum Fleischdiskurs vor. Das Unternehmen setzt zukünftig verstärkt auf Qualitätsfleischprogrammein der Bedientheke. Die Erzeugung erfolgt nach, am natürlichen Verhalten des Tieres ausgerichteten, Qualitätskriterien. Im Schweinebereich setzen sie auf Bewegungsfreiheit (40% mehr Platzangebot) und Reize wie Stroh oder Frischluft (Offenfronställe/Auslauf). Über Hofbesuche und eine überschaubare Erzeugung innerhalb Deutschlands ,möchten sie mehr Transparenz schaffen. Die gentechnikfreie Fütterung wird ebenfalls Teil des Programmes. Die Vielfältigkeit der anschließenden Diskussion zeigte, wie sehr diese Themenstellungen die Landwirte beschäftigen.

 

* Die Geschäftsberichte VG bzw. VZ mit den ausführlichen Unternehmenszahlenkönnen Sie auf unseren Internetseiten www.vieherzeuger.de bzw.www.vz-gmbh.de herunterladen (-> Rubrik Unternehmen, Zahlen)